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sauguad & lecker kochen mit Pampered Chef

Lievito Madre - ein fest geführter Weizensauerteig

Ich backe ja seit einiger Zeit mein Brot fast ausschließlich selbst. 

In meine Brote kommt selbst gezüchteter Roggensauerteig (der mittlerweile auch schon gute 2,5 Jahre alt ist).

Nun gibt es aber Backwerke, in die kein Roggensauerteig passt. Da müsste eher ein Weizensauerteig her - oder ein ganz anderes Triebmittel. 

In den diversen Foren und Internetseiten habe ich in den letzten Wochen immer wieder mal von der italienischen Mutterhefe "Lievito Madre" gelesen. Eigentlich wollte ich diese Mutterhefe schon länger ansetzen, hab es aber immer geschoben. Es dauert ja recht lange vom ersten Ansatz bis zur Verwendung - und irgendwie kam jedesmal was dazwischen. 

Da ich aber ja ein gewissen Projekt verfolge (zu dem ich dann mehr sage wenn die Testreihe abgeschlossen ist) und für dieses "Back-Projekt" ein etwas neutraleres Triebmittel als Roggensauerteig brauche (ich aber nicht ganz auf Hefe setzen möchte - ich finde da wird das gebackene so schnell trocken und hart) hab ich mich nun an den Lievito Madre gemacht und möchte euch daran teilhaben lassen. 

Meine Zutaten für den 1. Ansatz:

  • 200 g Weizenmehl (ich hatte nur 1050er im Haus)
  • 200 g lauwarmes Wasser
  • 15 g Öl (ich hatte Olivenöl)
  • 1 EL Imkerhonig gerührt

Diese vier Zutaten zu einer Kugel verkneten und in eine Schüssel geben und mit etwas Öl besprühen/bestreichen. Die Schüssel mit Frischaltefolie oder einem nicht ganz dicht schließenden Deckel abdecken und ca. 48 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. 

Für mich als von Natur aus schon sehr neugierige Person ist die Lösung mit der Frischaltefolie natürlich besser - da kann man ganz einfach beim vorbeigehen mal kurz einen Blick auf das neue Triebmittelwunder werfen.

Mich hat es anfangs etwas irritiert, dass die obere Schicht der Kugel nach 48 Stunden grau-braun-schwärzlich aussah. Ich denke aber das kommt vom 1050er Mehl ... das Innenleben der Kugel war top.

Nach 48 Stunden riecht der Ansatz etwas säuerlich - und von der Menge her hat sich einiges getan. Ich schätze, dass sich die Kugel gut verdoppelt hat.

Zutaten für den 2. Ansatz:

  • 100 g vom 1. Ansatz
  • 100 g Weizenmehl
  • 40 ml lauwarmes Wasser (evtl. noch 5 - 10 ml mehr - je nach Mehlsorte)


diese Zutaten wieder zu einer festen Kugel verkneten und wieder zurück in eine Schüssel. Diesmal habe ich die Kugel nicht mehr geölt - dafür aber eingeschnitten - so kann ich von Anfang an besser beobachten ob sich tatsächlich von der Größer her was tut und ob die Kugel aufgeht :-) 

Der Rest vom ersten Ansatz war mir dann zu schade zum wegwerfen. Es waren so um die 220 g - und nach kurzem überlegen hab ich entschlossen daraus einen Pizzateig zu machen. Ich hatte eh keinen mehr im Kühlschrank - und Pizzateigvorrat ist immer gut für schnelles Essen.

Rest vom ersten Ansatz

Und obwohl ich die Hefemenge vom Rezept schon halbiert hatte erlebte ich am nächsten Morgen schon ein kleines Wunder im Kühlschrank..... Der Teig wollte fliehen .... 


... und selbst meine luftdicht abschließende Schüssel konnte ihn nicht mehr aufhalten!

Zutaten für den 3. Ansatz:

  • 100 g vom 2. Ansatz
  • 100 g Weizenmehl
  • 40 ml lauwarmes Wasser (evtl. noch 5 - 10 ml mehr - je nach Mehlsorte)

Den 3. Ansatz hab ich vorgezogen. Nach ca. 36 Stunden war mein Ansatz schon so aufgegangen, dass ich Angst hatte er kommt mir bis nachmittags aus der Schüssel. Also hab ich die oben angegebenen Zutaten wieder zu einer Kugel geformt. Dann wieder ab in die Schüssel und wieder mit etwas Öl besprühen damit sie nicht so austrocknet. 

Den Rest hab ich diesmal noch in der alten Schüssel stehen gelassen - ich werde den beim nächsten Backen mitverbacken. Mal sehen ob sich da schon was im Trieb tut :-)

Da ich mal wieder nicht richtig gelesen hatte hab ich den Ansatz nochmal bei 25 °C stehen lassen - nicht wie ursprünglich schon vorgesehen im Kühlschrank. 

Als ich dann meinen Fehler bemerkt habe, hab ich nach ca. 24 Stunden den Ansatz nochmal gefüttert (100 g vom 3. Ansatz, 100 g Weizenmehl, 45 ml lauwarmes Wasser), dieses wieder zu einer glatten Kugel verknetet und dann (in einer Schüssel geparkt) in den Kühlschrank gestellt. Dort wartet er jetzt 5 Tage bis zur nächsten Fütterungsaktion.

Den 2. Ansatz habe ich wieder verbacken. Diesmal wurde es ein Nusszopf. Ich hab das Rezept und die Fotos hierzu auch schon eingestellt.

Für den 4. Ansatz brauchen wir nun:

  • 100 g vom 3. Ansatz
  • 100 g Weizenmehl
  • 40 ml lauwarmes Wasser (evtl. noch 5 - 10 ml mehr - je nach Mehlsorte)

Diese drei Zutaten wieder zu einer geschmeidigen Kugel verarbeiten - mit Öl bepinseln/besprühen und zugedeckt wieder für 5 Tage in den Kühlschrank.

Ich habe auch noch einen 5. Ansatz gemacht:

  • 100 g vom 4. Ansatz
  • 100 g Weizenmehl
  • 40 ml lauwarmes Wasser (evtl. noch 5 - 10 ml mehr - je nach Mehlsorte)

Diese drei Zutaten wieder zu einer geschmeidigen Kugel verarbeiten - mit Öl bepinseln/besprühen und zugedeckt wieder für 5 Tage in den Kühlschrank.

Verwendung

Nun ist der Lievito Madre fertig und kann verwendet werden. Ich nehme zu meinen Hefeteigen (egal ob süß oder deftig) 1-2 EL Lievito Madre und gebe den kühlschrankkalt zu meinen Zutaten. Bitte vom Originalrezept die Zutatenmenge nicht verändern (also weder mehr/weniger Mehl noch mehr/weniger Wasser verwenden). 

Ihr werdet erstaunt sein, welchen Ofentrieb man mit einem Lievito erreicht!!

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